Klima-Katastrophe im Saar-Lux-Raum
Sonntag, 19. August 2012 – 5 Mitglieder der „Schalke-Frënn Norden“ machten sich in den frühen Morgenstunden (gegen 09h30), teils ab Echternach/Beaufort (Fetz, Nerancic), teils ab Erpeldange (Berg, Pletschette, Conter), auf den beschwerlichen Weg in den Süden Luxemburgs, genauer nach Kayl, Abfahrtsort des Busses zum Pokalspiel nach Saarbrücken. Nach anfänglichen Diskussionen über das Spiel („gewinnen wir 0-8 oder nur 0-3 ?“) wurde uns bewusst, dass wir eigentlich gar nicht wussten wo der Treffpunkt genau war... und Mooment mal, wo liegt Kayl überhaupt ? „Wir fahren über Düdelingen“ war eine, „Nein, über Esch“, war die andere Meinung im Wagen, und dies nur um herauszufinden (danke Google-M**s) dass Kayl genau mitten den zwei vorgenannten Orten lag. Der Fahrer Benny wählte schliesslich „einstimmig“ die Esch-Variante aus. In Kayl angekommen fanden wir dann – nach einer kleinen unfreiwilligen Stadtrundfahrt – auch den Treffpunkt, ein kleines Café, wo auch die anderen Schalker schon warteten (ein paar auf eine Schalker Blamage hoffende Bayern-Fans waren auch dabei, diese werden ab jetzt aber weiter nicht erwähnt).
Nach 2-3 Gläsern „Kaffee“ war alles bereit zur Abfahrt, auf zum Bus ! Der „Bus“ entpuppte sich als Überlandstreckenwagen (auf Luxemburgisch „Liniewon“ genannt), „naja, es ist ja nur knapp 1 Stunde Fahrt, das werden wir schon überleben“ war der allgemeine Tenor der Mitfahrer. Als sich dann aber nach knapp 5 Minuten Fahrt herausstellte dass die Klimaanlage des „Fahrzeugs“ nicht funktionierte, war die Empöhrung gross. Ich werde – mit Rücksicht auf meine gute Kinderstube – jetzt nicht weiter auf die Busfahrt eingehen, ein freundlich-ironisches „Glück Auf“ trotzdem an den Busunternehmer S.-T. aus T. „Wohlgelaunt“ erreichten wir schliesslich Saarbrücken. Vorläufiges Ziel war ein Biergarten wo wir uns im Schatten niederliessen und die Fahrt mit einigen weiteren „Kaffees“ Revue passieren liessen. Der Kellner der uns bediente war – wie kann es anders sein - Schalke-Fan (ein bizarres Syndrom das bei vielen Auswärtsspielen immer wieder auftaucht). Nach dem Essen dann Aufbruch zum Stadion, dem altehrwürdigen Ludwigspark, mit geöffneten Bustüren (siehe Klima-Anlage) wurde – erfolglos – versucht, Passanten mit Schalke-Schlachtrufen auf unsere Seite zu bekommen. Das letzte Stück zum Stadion wurde dann zu Fuss inmitten der aus GE angereisten Schalker zurückgelegt, kurz, es herrschte Heimspielatmosphäre.
Der Ludwigspark war fast ausverkauft (Fassungsvermögen : 35.000 Plätze), eine schöne Kulisse und eine gute Einnahme für den Gastgeber, der – laut einem freundlichen FCS-Fan – normalerweise vor ungefähr 4.000 Fans spielt, „Schalke hilft“. Glücklicherweise waren unsere Plätze auf der überdachten Gegentribüne und im Schatten, ein Vorteil gegenüber der Haupttribüne und der Saarbrücker Kurve (unsere Ultras, wie immer omnipräsent waren auch schön im Schatten).
Nun zum Spiel, nach anfänglichen Schwierigkeiten kamen unsere Knappen immer besser ins Spiel und nach 23‘ war es „Papa“ der uns mit einem wuchtigen Kopfball nach Draxler-Ecke in Führung schoss. Nur zwei Minuten später die Vorentscheidung, nach mustergültigem Pass von Marica schob der Jung-Knappe selbst zum 0-2 ein, wir wussten, bei diesem Halbzeitstand war das Spiel gelaufen. Anschliessend der Spruch des Tages von Claude : „Eher fängt es heute an zu schneien als dass der Marica hier ein Tor macht !“ Unser Rumänen-Bomber scheint ein gutes Gehör zu haben, schenkte er doch kurz nach dieser Behauptung dem FCS ein erstes und kurz danach ein zweites Tor ein. Claude freute sich aber wie wir alle über den jetzt klaren Sieg, den gewettet und verlorenen Meter „Kaffee“ wird er verschmerzen, hat er doch selbst mit Marco F. aus E. die gleiche Wette abgeschlossen und gewonnen.
Nach dem Spiel wollten wir uns einen weiteren „Kaffee“ holen, aber die Quelle war ausgetrocknet so dass wir beschlossen zurück zum Bus zu gehen. Über die Rückfahrt möchte ich – wie schon über die Hinfahrt – den Mantel des Schweigens legen (siehe „gute Kinderstube“, in Kayl angekommen fuhren wir schnell wieder in den kühlen Norden des Ländchens, das Schlusswort gehörte wieder Claude : „In ein Paar Jahren werden wir über diesen Tag lachen“, ein gutes Fazit unseres „Quoten-Ultras“ für einen – trotz verschiedener Schwierigkeiten – gelungenen Auftakt für unsere Blauen, mal kucken wie die Buli-Saison gegen Hannover anfängt. Ich möchte aber noch einen grossen Dank an Patrick Lommel für die vorbildliche Organisation aussprechen, für das Problem im Bus war er schliesslich nicht verantwortlich.
Jos Conter



